Zwei Asteroiden nach Forschenden des Instituts für Astrophysik benannt

Umlaufbahn des Asteroiden RudolfDvorak.

Umlaufbahn des Asteroiden PilatLohinger.
Können Sie sich vorstellen, in den Himmel zu blicken und auf einen Asteroiden zeigen zu können, der nach Ihnen benannt wurde? Unsere Kolleg*innen Elke Pilat-Lohinger und Rudolf Dvorak wissen nun, wie sich das anfühlt.
Asteroiden im Sonnensystem werden nicht nach ihren Entdecker*innen benannt. Stattdessen werden ihre Namen von der Arbeitsgruppe für die Benennung kleiner Himmelskörper (Working Group for Small Bodies Nomenclature, WGSBN) der Internationalen Astronomischen Union (IAU) vergeben. Häufig werden auf diese Weise Astronom*innen geehrt, die herausragende Forschungsleistungen auf dem Gebiet der kleinen Himmelskörper erbracht haben.
In der jüngsten Benennungsrunde, die im Juli während der Konferenz „Asteroids, Comets, Meteors“ (ACM) in Poznań bekannt gegeben wurde, wurden Elke Pilat-Lohinger und Rudolf Dvorak jeweils mit einem Asteroiden geehrt. Im Asteroidengürtel lassen sich somit nun (20598) PILAT-LOHINGER und (13107) RUDOLFDVORAK beobachten.
(20598) PILAT-LOHINGER hat eine Helligkeit von 14,1 Magnituden und einen Durchmesser von 4 km. Der Asteroid befindet sich in einer Entfernung von etwa 2,8 astronomischen Einheiten (AE) von der Sonne und hat eine Umlaufzeit von rund 4,7 Jahren. Seine Bahn weist eine Neigung von lediglich 3,3° gegenüber der Ekliptik und eine geringe Exzentrizität von 0,11 auf.
(13107) RUDOLFDVORAK hat eine Helligkeit von 13,8 Magnituden und einen Durchmesser von 5 km. Der Asteroid befindet sich in einer Entfernung von etwa 2,5 AE von der Sonne und umkreist sie in rund vier Jahren. Seine Bahn weist eine Neigung von 10,3° gegenüber der Ekliptik und eine Exzentrizität von 0,3 auf.
Unsere Kolleg*innen wurden damit gewissermaßen im Sonnensystem „verewigt“ und gehören nun zu einer ausgewählten Gruppe von Astronom*innen des Instituts, nach denen kleine Himmelskörper benannt wurden. Die Universitätssternwarte Wien blickt auf eine lange Tradition in der Erforschung des Sonnensystems zurück. Zu den weiteren Astronom*innen, deren Namen auf diese Weise verewigt wurden, zählen Maximilian Hell, der erste Direktor der Sternwarte; Johann Palisa, der mit den Teleskopen der Sternwarte mehr als 120 Asteroiden entdeckte; Anneliese Schnell, die sich sehr für die Bewahrung der mitteleuropäischen Astronomiegeschichte einsetzte; und Alois Purgathofer, der das Leopold-Figl-Observatorium plante.
In words of Elke Pilat-Lohinger:
Es fühlt sich an wie: Verewigt im Weltraum (aufgrund meiner Forschung)

Die Astronomin Elke Pilat-Lohinger mit der Urkunde über den nach ihr benannten Asteroiden, der ihr für ihre Verdienste in der Erforschung kleiner Körper des Sonnensystems gewidmet wurde.
