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Astrophysik an der Universität Wien

Astronomische und astrophysikalische Forschung und Lehre gehen an der Universität Wien teilweise bis in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts zurück. Das heutige Institutsgebäude - die moderne Universitätssternwarte - wurde im Jahre 1883 eröffnet. Es beherbergt auch heute noch Österreichs größte astronomische Forschungs- und Lehreinrichtung.

Unsere zentralen Forschungsgebiete sind Entstehung und Entwicklung von Galaxien, Sternen und Planeten. Unter Verwendung der neuesten Teleskope bzw. Satelliten von ESO, ESA und NASA sowie mittels leistungsfähiger Großrechner untersuchen die MitarbeiterInnen des Instituts vielfältige Prozesse der Strukturbildung im Universum – von Galaxienhaufen bis zur Größenskala von Planetensystemen. Zu den Brennpunkten der Forschung im Einzelnen:

Entstehung und Entwicklung von Sternen und Planeten (Professuren: Joao Alves und Manuel Güdel)

Wie ist unser Sonnensystem entstanden und wie einmalig ist es? Unter diesem Motto beschäftigen uns die Anfangsbedingungen in Sternentstehungsgebieten und in Molekülwolken. Es geht dabei auch darum, detaillierte Modelle der Atmosphären und der Umgebungen junger Sterne zu erstellen, denn nur um sie können sich Planeten bilden.

Zu den aktuellen Forschungsfragen gehören der Ursprung der stellaren Masseverteilung, die Entstehung von Sternhaufen, chemische Prozesse in protoplanetaren Scheiben sowie der Einfluss hochenergetischer Strahlung auf Sternumgebungen und Planetensysteme. Die Natur von Sternschwingungen, der Aufbau von Sternatmosphären und Massenverlust Roter Riesensterne sind weitere Schwerpunktthemen. Die letztgenannten späten Phasen der Sternentwicklung sind entscheidend, um den kosmischen Materiekreislauf besser zu verstehen.

Entstehung und Entwicklung von Galaxien (Professuren: Bodo Ziegler und Gerhard Hensler)

Im kosmologischen Kontext der Strukturbildung im Universum erforschen wir, wie verschiedene Typen von Galaxien entstehen und sich entwickeln – besonders im Hinblick auf Massenverteilung und galaktische Dynamik. Im Besonderen interessieren uns Einflüsse der jeweiligen Umgebungen auf Galaxien, Wechselwirkungen und Umwandlungen von Galaxien und der Kreislauf der baryonischen Materie. Dazu sind Beobachtungen von Galaxien zu möglichst allen kosmogonischen Epochen nötig – vom frühen Universum bis zum heutigen, wie wir es in der Lokalen Gruppe um unsere Milchstraße vor uns haben.

Entwicklung und Betrieb astronomischer Instrumente

Das Institut hat den ersten österreichischen Satelliten (BRITE - Bright Target Explorer) in Zusammenarbeit mit dem Space Flight Laboratory der Universität Toronto in Kanada und der TU Graz entwickelt. Der Betrieb dieses Satelliten, der am 25. 2. 2013 gestartet wurde, wird von unserem Institut aus koordiniert.

Weiters beteiligen wir uns an der Entwicklung einer Reihe von erdgebundenen und weltraumbasierten astronomischen Instrumenten wie CoRoT, GAIA und HERSCHEL (ESA-Missionen), am kanadischen Satelliten MOST, an den ESO-Instrumenten MATISSE, 3D-NTT sowie an der Entwicklung von Datenreduktionspipelines. Ebenso sind wir in die Vorbereitungen zum Europäischen „Extremely Large Telescope“ (E-ELT) der ESO sowie in zukünftige Weltraum-Missionen wie EChO, EUCLID, PLATO und SPICA involviert.

Nicht zuletzt betreibt das Institut auch eigene astronomische Beobachtungsstationen in Wien und im Wiener Wald (Leopold-Figl-Observatorium für Astrophysik auf dem Mitterschöpfl), was sowohl der forschungsnahen Ausbildung als auch der Öffentlichkeitsarbeit zugute kommt. 

Vorträge am Institut

Montag, 27. März 2017

Georg Zotti (Wien):

Open-Source Virtual Archaeoastronomy
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